Philosophie

Jeder Hund ist anders und jeder Mensch hat andere Talente, Schwächen und Stärken. Dementsprechend gibt es nicht DIE Trainingsmethode, die für alle passt. Jedes Team ist einzigartig und bedarf eines individuellen Trainingsprogramms.


Die 2 Extreme der modernen Hundeerziehung:

1. Arbeiten ausschließlich über positive Verstärkung 

Viele Trainer machen Werbung damit, dass sie rein positiv und ohne aversive Methoden arbeiten. Aber was bedeutet das eigentlich?
Wenn man es genau betrachtet, ist für die meisten Hunde schon das Anlegen eines Halsbands oder Brustgeschirrs ein aversiver (= unangenehmer) Reiz. Man müsste das und zum Beispiel auch jeden Zug an der Leine vermeiden - selbst wenn der Hund gerade auf die Straße laufen möchte, wenn man gänzlich auf aversive Einwirkungen verzichten will. Für manche Hunde ist sogar eine etwas lauter ausgesprochene verbale Zurechtweisung höchst unangenehm und somit aversiv. Kurz gesagt: Erziehung ist auf diesem Wege streng genommen nicht möglich!
Trainer, die ernsthaft behaupten ausschließlich positiv zu arbeiten, sind mir daher etwas suspekt. Entweder sind sie dreiste Lügner oder aber es fehlt ihnen grundlegendes Wissen was Lerntheorie und Nomenklatur betrifft. 


2. Arbeiten über Härte und Dominanz

Das andere Extrem in der Hundeerziehung wurde vor allem durch einen gewissen Fernsehhundetrainer bekannt und (wieder) modern: Der Hund wird durch Starkzwang wie z.B. Stachel-, Strom- oder Würgehalsband, Fußtritte oder den so genannten Alphawurf gefügig gemacht und unterworfen. Laut dieser Lehrmeinung muss man dem Hund zeigen “wer der Herr ist”, wenn nötig auch mit Hilfe von psychischer und physischer Gewalt. Was die Anhänger dieser Theorie vergessen (oder nicht wissen?) ist, dass Dominanz immer nur “von unten” entsteht bzw. funktioniert. 
 Rudelführer wird nämlich nicht jenes Individuum, das sich am brutalsten nach oben kämpft, am stärksten seinen Standpunkt vertritt oder die anderen aktiv unterwirft. Rudelführer wird nur derjenige, der von den Rudelmitgliedern als der Fähigste erachtet wird! Nur wer die Gruppe auch in schwierigen Situationen souverän führt, wer seinen Artgenossen Sicherheit vermitteln kann und wer sich das Vertrauen der anderen verdient hat, der wird zum Anführer gemacht. Ihm folgen die “Untergebenen” freiwillig (!), weil sie sich unter seiner Führung größtmöglichen Schutz, Sicherheit und Erfolg für sich versprechen - nicht aus Angst oder Demut!


Mein Weg

Ich lehne Gewalt und jegliche Form von Brutalität in der Hundeerziehung ab. Ich lehne es aber auch ab, den Hund präventiv von jeglichem Stress fernzuhalten und ihn lieber mit Leckerlis vollzustopfen anstatt ihn Erfahrungen machen zu lassen. Hunden muss man auch Grenzen setzen (dürfen) ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen! Bei unerwünschtem Verhalten ist eine klare (schmerzlose!) Korrektur für die  meisten Hunde deutlich besser verständlich und dadurch zielführender als Ignoranz und Untätigkeit des Menschen. Unsere Hunde wollen von uns Feedback zu ihren Handlungen und akzeptieren Verbote, wenn man sie situationsbezogen richtig vermittelt, sehr schnell - vorausgesetzt ihr Mensch genießt ihren Respekt und ihr volles Vertrauen. 
Und hier liegt “der Hund begraben”.... Das Vertrauen seines Vierbeiners muss sich jeder Hundehalter erst verdienen. Viele Hunde machen es ihrem Menschen leicht und stellen keine allzu hohen Ansprüche, was Führungsqualität und -kompetenz betrifft. Manche Exemplare verlangen allerdings eine Führung frei von Schwächen und haben sehr hohe Erwartungen ihrem potentiellen Anführer gegenüber. Abhängig vom Charakter reagieren manche 4-Beiner auf fehlende Führungskompetenz ihres Menschen damit, dass sie selbst die "Herrschaft" übernehmen, andere reagieren darauf “nur” mit Unsicherheit. Beides kann zu mehr oder weniger großen Problemen im Alltag führen.
Anzustreben ist in jedem Fall eine liebevoll konsequente, klare und autoritative Erziehung.

Verhaltensauffälligkeiten bedürfen immer einer eingehenden Anamnese. Erst wenn man das Mensch-Hund-Team und dessen Struktur kennt, kann man mit dem Training beginnen. Reine Symptombehandlung wie zum Beispiel “Mein Hund ist leinenaggressiv! Was kann ich dagegen tun?” führt selten zum Erfolg und lehne ich daher ab. Oft kommt es (wenn überhaupt) nur zu einer kurzfristigen Besserung oder auch zu einer Symptomverschiebung, da die Grundproblematik nicht beseitigt wurde.